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MELanIE - wer ist das eigentlich?

Nicht wer, sondern vielmehr was sich hinter MELanIE versteckt, ist ein Lindwurm von Begriffen:

Modellvorhaben zur Eindämmung des Landschaftsverbrauchs durch Innerörtliche Entwicklung.

Unter diesem Namen laufen in mehreren saarländischen Gemeinden unterschiedliche Modellprojekte. Das Illinger Modellprojekt wendet sich dem Thema Umgang mit Leerstand in unseren Dörfern zu. Als Illingen im Jahre 2004 in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Umwelt das Thema Leerstand anpackte, war es noch ein Tabu.

Begonnen haben wir mit dem Sammeln der Fakten. Wir haben das erste Kataster (im Saarland) erstellt und mit den Ortsräten beraten, wie wir den Kontakt zu den Eigentümern herstellen und Verbesserungen bewirken können. Das Kataster ist inzwischen zum sechsten Mal aktualisiert worden.

Der zweite Schritt (2005) waren Analysen zur Altersstruktur der BewohnerInnen und zur Belegung der Häuser in der gesamten Gemeinde. Als wir wussten, wie alt die Menschen in welchen Häusern sind, erstellten wir Ortskarten mit Angaben zu den Leerständen und den potenziellen Leerständen. Danach wurden planerisch mögliche zukünftige Handlungsbereiche zusammengefasst und Nutzungen empfohlen. Es folgten mehrere Prüfungen: die wassertechnische Prüfung, die umwelttechnische Prüfung und die Prüfung vor Ort.

Es haben sich neue Perspektiven und dringender Handlungsbedarf eröffnet: Manche Stellen in den gewachsenen Ortslagen könnten einige neue Häuser vertragen (auch mit Hilfe von Abbruch der alten Substanz), um damit die Belebung anzukurbeln. An anderer Stelle müsste ein Problem mit einem denkmalgeschützen Haus gelöst werden, denn an seinem Verfall leidet die gesamte Straßenecke.
An anderer Stelle fiel ein ganzer Straßenzug mit mehreren langjährigen Leerständen auf, der ohne das Eingreifen der Gemeindeverwaltung nicht zu sanieren wäre.


Der dritte Schritt (2006-2009) war schließlich eine konkrete Aufgabe: die Revitalisierung des oben gefundenen kompletten Straßenzuges. Es wurde eine Lenkungsgruppe eingerichtet, die über sämtliche Schritte wachte und beriet und es wurden konkrete Maßnahmen zur Beseitigung der Leerstände ergriffen. Sie waren mal mühsam, mal ausdauernd, mal spitzfindig, mal unorthodox – und erfolgreich:

 

 

Die Lenkungsgruppe Brückenstraße bei ihrem vorletzten Treffen am 14. Januar 2010. Von l.n.r.: Benno Weiskircher, Hugo Kern (KernPlan), Ortsvorsteher Walter Schreiner, Sven Uhrhan (KernPlan), Dr. Andrea Berger (Gemeindeverwaltung), Roman Baltes, Bürgermeister Armin König, Guido Jost und Lothar Jochum. Es fehlen: Lothar Kessler, Friedel König und Werner Mechenbier.

 

 

Inzwischen ist das Projekt abgeschlossen, sämtliche langjährigen Leerstände sind beseitigt. Es fehlen nur noch kleinere Vorgartengestaltungen nach Abbruch.  Zwei Dutzend Sitzungen der Lenkungsgruppe und mehr als 500 Arbeitsstunden der Bürgerinnen und Bürger (allen voran Arthur Steffgen) sind eine stolze Bilanz.

Am 19. März 2010 wurde das Projekt mit der Einweihung des neu entstandenen Platzes und einer fröhlichen Feier abgeschlossen.

hier gehts zur Dokumentation des Projektes...

hier gehts zur Broschüre Platz da...

 

 

 

 

 

Der vierte und der fünfte Schritt (seit 2007) begannen mit einer Studie für ein kommunales Abrissprogramm. Diese wurde Grundlage für ein Zuschussprogramm des Ministeriums für Umwelt für den Abbruch von Häusern. Auch für das Einrichten eines solchen Zuschussprogramms braucht es Modellkommunen, das heißt, Testkommunen, die an der Entwicklung mitarbeiten, bevor das Programm saarlandweit eingeführt werden kann. Das modellhafte Zuschussprogramm wurde im April 2008 eingeführt. Seitdem können HauseigentümerInnen für den Abriss ihres langjährigen Leerstands einen Zuschuss erhalten.

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