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Kooperationsprojekt Kita-FGTS-GS Hüttigweiler


Einleitung

Mit einem zu erprobenden Reformkonzept will die Gemeinde Illingen neue Perspektiven für die Verbindung von vorschulischer Erziehung und Grundschulpädagogik eröffnen und landesweit Anregungen für die bildungspolitische Diskussion geben.
Am Grundschulstandort Hüttigweiler wird aus Mitteln des IZBB, des Vorschulentwicklungsplanes sowie Eigenmitteln der Gemeinde Illingen ein Modellprojekt errichtet: Kern des Reformmodells ist ein pädagogischer Verbund von Kindergarten und Grundschule mit der Möglichkeit der übergreifenden Betreuung.
Die frühzeitige und kontinuierliche Förderung der Potentiale von Kindern ist ein gemeinsames Anliegen von Kindergarten und Grundschule. Bildungsexperten fordern seit der ersten Pisa-Studie eine frühere Förderung von Kindern. Auch andere Institutionen wie der deutsche Landkreistag haben sich in dem Sinn geäußert, dass Kindergärten neben der Aufgabe der Betreuung und Erziehung einen Bildungsauftrag erfüllen sollen und gleichzeitig gesellschaftliche Funktionen wahrnehmen. Schrittmacherdienste haben die Senatsverwaltung Bremen und die Universität Bremen im Rahmen des Pisa-Prozesses mit einem Umfassenden, wissenschaftlich begleiteten Projekt „Frühes Lernen – Kindergarten und Grundschule kooperieren“ neue Möglichkeiten untersucht, Bildungsangebote von Kindergärten und Grundschule aufeinander abzustimmen, ihre Elternarbeit gemeinsam zu verstärken und eine adäquate Kommunikationsstruktur aufzubauen (Carle, Ursula: „ Frühes Lernen -Kindergarten und Grundschule kooperieren“. Bremen 2004, S.4 ). Auch in Hessen und Baden –Württemberg ist es bereits jetzt Ziel der Landesregierung den Übergang vom Kindergarten zur Grundschule zu erleichtern. Im Saarland ist eine entsprechende Umgestaltung der Übergang vorgesehen.
Die Gemeinde Illingen hat solche Entwicklungen aufgegriffen, da hier im Rahmen des Zukunftsprojektes 2030 sowohl im Hinblick auf Sicherung eines Kindergartenstandorts als auch im Zeuge neuer Akzente des Konzepts „ Elternschule“ die Notwendigkeit erkennbar wurde, dass unterschiedliche Institutionen kooperieren. Die Gemeinde Illingen ist Initiator eines Reformkonzepts geworden, da sie einerseits Trägerin der Grundschule ist und anderseits die vorschulische Erziehung mit fast 200.000 Euro pro Jahr fördert. Das Reformkonzept soll in Hüttigweiler erstmals realisiert werden. Vorschulerziehung und Grundschule sowie die Nachmittagsbetreuung sollen miteinander verzahnt werden. Durch die Konzentration auf einen Betriebsträger – Kiga und FGTS – soll die Kooperation erleichtert werden.
Tageseinrichtungen für Kinder und Grundschulen sollen im ständigen fachlichen Austausch sein, ihre Arbeit im Hinblick auf den Übergang aufeinander abstimmen um so eine wichtige Voraussetzung für die chancengleiche Förderung der Entwicklungspotenziale von Kindern zu schaffen. Beide Institutionen begleitende Kinder während der entscheidenden Lebensabschnitte, in denen die für das weitere Lernen und Leben notwendigen Basiskompetenzen erworben werden. Diese Kernkompetenzen haben neben Schule und Freizeit Einfluss auf das spätere Leben in Beruf, Gesellschaft und Familie.
So wird sich für viele Kinder der Übergang in die Grundschule wesentlich erleichtern. Die Grundschule wird für Erstklässler kein unbekanntes Terrain mehr sein, spielerisches Lernen ist dann ein Prozess, der sich bereits im Kindergarten entwickeln kann.
Bisher ist der Start in die Grundschule für eine Reihe von Kindern schwierig, vor allen Dingen, wenn sie nicht über die notwendigen Ressourcen verfügen, wie z.B. im sprachlichen Bereich, in der Feinmotorik oder den sozialen Kompetenzen.
Damit wird der Grundschulstandort Hüttigweiler zukünftig eine besondere Qualität aufweisen: Sowohl räumlich als auch pädagogisch wird übergreifend Bildung und Erziehung modellhaft erprobt. Das erfordert auch für die architektonische Umsetzung adäquate Funktionen und Formen.
Armin König, Bürgermeister
Illingen im Juli 2007


Illingen 2030-Premiumthema Bildung

Die Gemeinde Illingen betreibt aktuell mit dem Projekt „Illingen 2030“ eine neuartige strategische Zukunftsplanung. Demographische Entwicklung, kommunale Finanzknappheit, Globalisierung u.a. müssen zu einem völligen Umdenken führen. Die Gemeinde wird sich ihrer Stärken besinnen und diese ausbauen, um die Bürger zu bestehen.
Eines der Premiumthemen ist die Bildung:

Leitthema Familien –und Kinderfreundliche Gemeinden

Die Zukunftsfähigkeit einer Gesellschaft bemisst sich nicht zuletzt daran, welche Perspektiven und Zukunftschancen sie ihrer Jugend gibt, Wachsen junge Menschen in einem Klima auf, das ihre Selbstständigkeit und ihre Kreativität fördert? Erfahren sie Zuwendung, Akzeptanz und Förderung? Haben sie die Möglichkeit, in die Gesellschaft hineinzuwachsen, gehört und beteiligt zu werden? Haben sie Chancen am Arbeitsmarkt? Ausgaben für Bildung und Ausbildung sind Investitionen in die Zukunft der Gesellschaft.
Kinder sind unsere Zukunft.

Deshalb darf der Geburtenrückgang nicht dazu führen, dass Interessen der Kinder künftig eine geringere Rolle spielen als bisher, im Gegenteil. Je mehr Kinder in eine Minderheitenposition geraten, umso wichtiger ist es, ihnen eine Stimme und Einfluss zu geben.
Es war immer eine Stärke er Gemeinde Illingen, dass Generationen übergreifend Politik gemacht wurde. Dies muss auch für die Zukunft gelten. Deshalb sind auch weiterhin Fördermaßnahmen für Kinder und die Verbesserung des Betreuungsangebot zwingend erforderlich.
Während die Zahl der klassischen Kindergartenplätze zurückgehen wird, wird die Nachfrage nach Krippenplätzen vorrausichtlich zunehmen. In Illingen wurde dem bereits Rechnung getragen, für Uchtelfangen und Wustweiler sind Anträge zur Einrichtung von Krippenplätzen gestellt.
Die Integration von Kindern mit Behinderung in die Gesellschaft muss zu einem besonderen Merkmal werden: Illingen als Gemeinde, in der soziale und gesellschaftliche Verantwortung groß geschrieben werden. Bereits in der Vergangenheit haben die Kindertagesstätten in der Gemeinde Illingen Kinder mit Behinderung in Regelgruppen integriert und gleichzeitig besonders gefördert und so einem Anliegen nach Gleichstellung Rechnung getragen. Um dieses Integrationsarbeit auch weiterhin leisten zu können, zumal Gleichstellung grundgesetzlich sowie durch das Allgemeine Gleichstellungsgesetzt AGG und das Landesgleichstellungsgesetzt LGG verbrieft ist, ist es zwingend geboten, Barrierefreiheit in den Einrichtungen umzusetzen.
Bei Neubauten ist dies nach Landesbauordnung gesetzliche Pflicht. Das bedeutet für das Projekt Hüttigweiler, dass dort nach dem Stand der Technik ein Aufzug vorgesehen wird, der als zwingend notwendiger Teil der Teil des Neubaues auch finanziell zu fördern ist.
In dem hier beschriebenen Modellversuch soll erprobt werden, wie Kinder des dritten Kindergartenjahres am besten auf den Besuch der Grundschule vorbereitet werden können. Dies soll auch dadurch deutlich werden, dass Rume im Schulbereich entsprechend eingerichtet, gestaltet und genutzt werden. Schule und Kindergarten sollen hierzu eine Arbeitsgruppe bilden, um die Hinführung der Vorschulkinder ins Schulleben auf Pädagogik sinnvolle Wese zu ermöglichen.


Bildungssysteme Kindergarten-Schulen

Bisher sind Kindergarten und Grundschulen zwei getrennte Systeme mit unterschiedlichem Bildungsauftrag.
Neue Erkenntnisse in der Elementarpädagogik belegen, dass frühes Lernen durch enorme Lernpotenziale von Kindern möglich ist. „Die ersten Lebensjahre und das Kindergartenalter sind die lernintensivste Zeit im menschlichen Dasein. Die Bildungsarbeit in Kindergärten ist eine zentrale Aufgabe.“ (Orientierungsplan für Bildung und Erziehung für die baden- württenbergischen Kindergärten. Pilotphase. Weinheim 2006. S. 16)
Illingen hat mit seinem bisherigen Betreuungs- und Schulangebot gute Grundlagen für zukunftsorientierte Lösungen im Wandel der Zeit geschaffen. Die Chance der Zusammenarbeit zwischen Kindern, Eltern, Kindergarten, Grundschule, Schulförderverein, Kirchengemeinden, privater Initiatorinnen, Musikschule und Zivilgemeinde wurde und wird genutzt. Doch neue Anforderungen der Gesellschaft erfordern neue Lösungen. Wir sind deshalb offen für neue Konzepte, wie wir dies in der Vergangenheit bereits praktiziert haben.
Im Projekt „Klasse Schule“ wurde unter anderem in Uchtelfangen ein Betreuungs- bzw. Lernmodul geschaffen, das auf sozialen und ökologischen Eckpfeilern mit dem Anspruch auf Nachhaltigkeit basiert. Die Beteiligten aus unterschiedlichen Bereichen haben zusammengearbeitet. Als Ziel formulierten sie, von einer Schule des Belehrens zu einer Schule des Verstehens zu gelangen. Mit Raum und Zeit für Eigenständigkeit sollte nicht gegeizt werden.

Schule als Lebens- und Erlebnisort entdecken

Eine Vernetzung von Krippe, Kindergarten, Grundschule, Hort, nachfolgenden Schulen, freien Trägern, Musikschule und Vereinen soll dazu führen, ein ganzheitliches pädagogisches Konzept zu schaffen, in dem Kinder sich und das Leben entdecken. Dabei gehören Lernangebote im Bereich Kunst und Kultur genauso dazu wie soziales Lernen und Sportangebote. Vereine und private Angebote spielen dabei eine wichtige Rolle. Sie sollten kurs- und bedarfsbezogen Angebot ausweiten und mit Schule und Kindertagesstätten zusammenarbeiten. Illingen verfügt über private Kunstschulen, Vereinsmusikschulen und eine Vielzahl von Vereinen, die in er Kinder- und Jugendarbeit aktiv sind. Mit diesen zusätzlichen Elementen lässt sich das nachmittägliche Angebot (z.B. auf Honorarbasis) qualitativ verbessern. Neben Kunstprojekten (auch in der Ganztagsbetreuung) können Sportprojekte einen wichtigen Schwerpunkt bilden (gegen Haltungsschäden, Bewegungsmangel, Risikofaktoren wie Übergewicht, Antriebslosigkeit).
Die Illinger Vereinswelt verfügt über ein breites Angebot an Möglichkeit und ist für Projektpartnerschaften zu gewinnen. Ziel ist es, Schule als Lebens- und Erlebnisort zu entdecken.

Kinderparlamente

Bewährt hat sich das Instrument der Kinderparlamente in den Ortsteilen. Sie sollten spätestens nach Beginn des neuen Schuljahrs wieder aufgenommen werden. Kinder beteiligen sich am Gemeindeleben, geben Anregungen für ihr spezielles Lebensumfeld an Bürgermeister, Gemeinderat und Ortsräte und sind selbst vielfältig aktiv.


Pädagogische Grundlagen

KiTa und Grundschulerundschule:
Wie Übergänge anders bewältigtltigt werden können

Von Prof. Dr. Dr. Dr. Wassilios E. Fthenakis, aus: Die Grundschulzeitung Schirmchen, Ausgabe 1.2007

Das große Problem des Bildungssystems in Deutschland ist zurückzuführen auf unterschiedliche Entwicklungsmodelle und Bildungsphilosophien, die dem vorschulischen und schulischen Bereich jeweils zugrunde liegen. Bildungsprozesse im Kindergarten folgen einer Auffassung von Entwicklung und Lernen, der zufolge Entwicklung durch Selbstgestaltungsprozesse gesteuert wird. Das Kind ist Mitgestalter seiner Entwicklung. Als handelndes Wesen verfolgt das Kind Ziele und nimmt dabei aktiv Einfluss auf seine Umwelt, die sich weitestgehend passiv verhält. In der Schule wird hingegen ein Entwicklungsmodell verwendet, das wir als exogenistisches Modell bezeichnen. Diesem Modell nach spielt die Umwelt, also die Schule, eine aktive Rolle, sie bedient sich des Vermittlungsansatzes, um den Kindern Kenntnisse und Fertigkeiten zu vermitteln. Das Kind verhält sich dabei eher passiv, als Empfänger von Bildungsangeboten. Diese unterschiedlichen Philosophien kommunizieren nicht miteinander und alle Bemühungen, dies zu überwinden, sind bislang kaum von Erfolg gekrönt.

Übergänge neu gestalten

Erfolg versprechend scheinen Bemühungen zu sein, welche die Übergänge konzeptionell noch gezielter an der Schnittstelle „Kindergarten - Grundschule“ ausrichten, wie auch solche, die eine Überwindung von Verständigungsbarrieren zum Ziel haben. Etwa von Barrieren, die im unterschiedlichen Selbstverständnis der beiden Institutionen Kindergarten und Schule liegen oder durch die Überwindung unterschiedlicher Lernkulturen und Bildungsphilosophien.
Eine besondere Problemlage stellt die vielerorts nach wie vor fehlende politische Kooperation bei unterschiedlicher Ressortierung der beiden Bildungsbereiche dar. Weiterhin bleibt die Kommunikation und Kooperation der Fachkräfte ein ungelöstes Problem. Erfolg versprechender sind Kommunikations- und Kooperationsmodelle beiden Bereichen, wie sie etwa in Dänemark und Schweden praktiziert werden, oder die Implementation gemeinsamer Qualifizierungsansätze für Erzieher und Lehrer, wie sie z. B. in Italien, Schweden und Frankreich umgesetzt werden. Noch radikaler sind Bemühungen, die auf die Definition gemeinsamer, institutionsübergreifender Bildungsziele und die Fokussierung auf individuelle Bildungsverläufe abzielen, wie dies in Griechenland, Südaustralien, Frankreich, Schweden und neuerdings im Hessischen Bildungsplan der Fall ist. Betrachtet man die internationale Curriculumentwicklung während der letzten Jahre, so finden sich Erfolg versprechende Strategien, wie z. B. die Festlegung institutionsübergreifender Grundsätze und Prinzipien, die das pädagogische Handeln bestimmen sollen, aufeinander aufbauende Lernformen, verbindliche Festlegung der Kooperation zwischen beiden Bereichen, die Betonung einer Kinder und Familienperspektive, gemeinsame Reflexionszeiten für Erzieher und Lehrer, um einige zu nennen. Am konsequentesten hat jedoch der Hessische Bildungsplan diese Entwicklung vorangetrieben: Er befürwortet
(a) Konsistenz in den Grundsätzen und Prinzipien pädagogischen Handelns,
(b) Konsistenz in den Bildungszielen
und (c) Konsistenz im Bildungsverlauf.
Im Einzelnen:

a) Konsistenz in den Grundsätzen und Prinzipien pädagogischen Handelns:

Die unterschiedliche Entwicklung der Schule und der Tageseinrichtungen für Kinder unter sechs Jahren hat zur Etablierung unterschiedlicher Bildungsphilosophien geführt, die man verkürzt als die spielorientierte vs. lernorientierte Philosophie bezeichnen könnte. Dies hatte auch ein unterschiedliches Verständnis von Bildung, unterschiedliche Bildungsinhalte und Vermittlungsmethoden zur Folge, so dass eine Kluft zwischen beiden Institutionen entstand, die es während der letzten dreißig Jahre mit unterschiedlichen Modellen der Ausgestaltung zu überwinden galt.
Diese Differenzen sind als institutionell bedingt zu bewerten, wobei das Kind als sich entwickelndes und lernendes Subjekt nicht in den Mittelpunkt gestellt und die Theorie der separaten Welten prinzipiell nicht in Frage gestellt wurden. Wenn jedoch das Kind als ein seinen Lern- und Entwicklungsprozess aktiv ko-konstruierendes Individuum betrachtet wird, das im Mittelpunkt aller Bildungsbemühungen institutioneller und nicht-institutioneller Art steht, dann verbietet eine solche Betrachtungsweise eine prinzipiell unterschiedliche Behandlung des Kindes in verschiedenen Stufen des Bildungssystems.
Als einen ersten Schritt zur Überwindung dieser Situation wird deshalb der Standpunkt vertreten, dass Fachkräfte des Elementar- und des Primarbereichs ihr pädagogisches Verhalten auf der Grundlage gleicher Grundsätze und Prinzipien zu organisieren haben. Hiervon sind u. a. folgende Aspekte betroffen: das Bild vom Kind sowie das Verständnis von Bildung und Lernen.

Der Umgang mit und die Bewertung von Differenzen

Im Hessischen und Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplan wird z. B. die Auffassung vertreten, dass Diversität zu begrüßen, zu bejahen und zu nutzen ist, um Bildung stärker individuell zu gestalten und zugleich mehr gemeinsamen Gewinn zu erzielen. In diesem Sinn werden Fachkräfte beider Bildungsbereiche sensibilisiert, das einzelne Kind unter differenziellen Aspekten zu betrachten und Bildungsprozesse in hohem Maße zu spezifizieren, d. h. zu individualisieren.

b) Einheitliche Bildungsziele:

In den neueren Bildungsplänen werden Dimensionen kindlicher Entwicklung und Bildung definiert, die zugleich die Begründung für pädagogisches Handeln und für die thematische Festlegung von Lernfeldern im Kindergarten und in der Grundschule liefern. Bildung treibt Entwicklung voran. Im Hessischen Bildungs- und Erziehungsplan werden fünf Dimensionen thematisiert die als zentrale Kategorien kindlicher Bildung von der Geburt bis zum Ende der Grundschule (und darüber hinaus) betrachtet werden können:
• Starke Kinder
• Kommunikations- und medienkompetente Kinder
• Kreative, phantasievolle und künstlerische Kinder
• Lernende, forschende und entdeckungsfreudige Kinder
• Verantwortungsvoll und wertorientiert handelnde Kinder
Darüber hinaus erhält die Stärkung von lernmethodischer Kompetenz und von Resilienz einen zentralen Stellenwert im Bildungsplan.

c) Einheitlicher Bildungsverlauf

Für die Mehrzahl der Kinder stellen Übergänge Phasen beschleunigten Lernens und akzelerierter Entwicklung dar, die sie angemessen und mit Gewinn bewältigen können. Es gilt demnach, diese transitiven Phasen individueller Entwicklung im vertikalen Verlauf des Bildungssystems stärker als bislang für intensivierte Lernprozesse zu nutzen und sie weniger institutionell zu problematisieren. Ein paradigmatischer Wechsel wäre hier angebracht, der auf Bewältigung und weniger auf (unbegründete) Problematisierung hinausgehen soll.
Zu den wesentlichen Unterschieden zwischen der Elementar- und der Grundschulpädagogik zählt vor allem die unterschiedliche Organisation von Bildungsprozessen. Dies führt dazu, dass die im Elementarbereich erzielten Lernfortschritte in der Grundschule wenig genutzt werden und die Kinder zu Beginn des Grundschulbesuchs vor der Situation stehen, eine andere Organisation von Lernprozessen vorzufinden, die kaum etwas mit jenen im Kindergarten gemeinsam hat. Im Einklang mit internationalen Entwicklungen wird in neueren Bildungsplänen das Ziel verfolgt, Konsistenz in der Organisation der Bildungsprozesse von unten nach oben, vom Kindergarten in die Grundschule, zu erzielen.

Eine gemeinsame Bildungstheorie und –philosophie

Bemühungen, die Übergänge im Bildungsverlauf mit Gewinn für individuelle Bildungsbiographien zu gestalten, werden allerdings nur dann den erwünschten und erwarteten Erfolg bringen, wenn es gelingt, beide Bildungsbereiche auf der Grundlage einer gemeinsamen Bildungsphilosophie künftig zu konzeptualisieren. Wenn individuelle Bildungsbiographien und nicht Bildungsinstitutionen im Mittelpunkt bildungspolitischer und pädagogischer Bemühungen stehen, dann gilt es, eine gemeinsame bildungstheoretische Grundlage zu entwickeln, der nicht unterschiedliche Modelle von Entwicklung und Lernen zugrunde liegen. Stattdessen wird heute ein Verständnis von Bildung eingeführt, demzufolge Bildung ein sozialer Prozess ist, der von Kindern, Fachkräften, anderen Kindern und Erwachsenen ko-konstruiert wird. Ein solcher Bildungsprozess findet in konkreten sozialen Situationen statt. Der Interaktion zwischen Kind und Fachkräften, wie auch zu anderen Kindern, wird eine entscheidende Rolle beim Wissenserwerb und bei Sinn- und Bedeutungskonstruktion zugeschrieben. In einem solchen Verständnis von Entwicklung ist sowohl das Kind als auch seine Umwelt aktiv. Beide konstruieren gemeinsam kindliche Bildung. Anstelle also eines Selbstbildungsansatzes im Kindergarten und eines mehr oder weniger Instruktionsansatzes in der Grundschule wird für beide Bildungsbereiche ein Ko-Konstruktionsansatz eingeführt, der das Kind von Anfang an in soziale Beziehungen einbettet und den Wissenserwerb bzw. das kindliche Lernen als interaktionalen ko-konstruktiven Ansatz begreift. Ko-Konstruktion bedeutet, dass Lernen durch Zusammenarbeit stattfindet. Lernprozesse werden von Kindern und Fachkräften gemeinsam konstruiert. Im Vordergrund steht bei der Ko-Konstruktion von Wissen die Erforschung von Bedeutung, weniger der Erwerb von Fakten. Bei der Erforschung von Bedeutung geht es darum, eigene Ideen zu entwickeln und auszudrücken, diese Ideen mit anderen auszutauschen und zu diskutieren.
Kinder lernen durch die Zusammenarbeit mit Erwachsenen und Gleichaltrigen, durch angeleitete Partizipation, am Beispiel anderer, durch individuelle Erkundung und durch Reflexion. In ko-konstruktiven Lernprozessen lernen Kinder, wie man gemeinsam mit Erwachsenen in einer „Lerngemeinschaft“ Probleme löst, Bedeutungen und deren Verständnis von Dingen und Prozessen teilt, diskutiert und verhandelt. Der hier angedeutete Ko-Konstruktionsansatz begleitet das Kind über alle Stufen des Bildungssystems und stellt die verbindende Grundlage für die Organisation von Bildungsprozessen dar.

Das Bildungssystem bedarf der Reform

Bildungspläne, wie sie während der letzten vier Jahre in allen Bundesländern entwickelt und implementiert wurden, stellen allerdings eine notwendige, aber keine hinreichende Bedingung für die notwendige Reform des Bildungssystems dar. Denn eine solche Reform umfasst mehr als hier behandelt werden konnte. Vor allem höhere Investitionen in diesem Bildungsbereich, die Frage nach dessen Zuordnung und die einer länderübergreifenden Zusammenarbeit, die künftige Rolle des Bundes beim Ausbau des Systems und die Entwicklung einer Forschungsinfrastruktur in den deutschen Hochschulen gehören dazu, wie auch die Überwindung eines tief liegenden Bewertungsproblems: Wie viel sind wir bereit in die Bildung unserer Kinder zu investieren und welchen gesellschaftlichen Stellenwert nimmt frühe Bildung ein, bzw. welche Priorität hat sie auf der politischen Agenda? Alle diese Fragen müssen uns noch intensiv beschäftigen, wenn wir Bildung von hoher Qualität und von Anfang an für unsere Kinder sicherstellen möchten.


Das Illinger Modell
Bildungsnetzwerk Illingen – Entwurf und Diskussionspapieriskussionspapier

Baustein: Kooperationsprojekt: Kindergarten-FGTS-Grundschule Hüttigweiler

Von Cordula Ogrizek, System.Berat. (SGST)
Elke Schleppi, Dipl.-Soz.Päd. (FH)
Frank Schuppener, Dipl.-Soziologe
Armin König, Bürgermeister (Redaktion)

Die Ergebnisse der PISA-Studien haben in Deutschland eine neue Bildungsdebatte entfacht, Filme wie „Das Feuer der Bildung“ von Reinhard Kahl haben weitere Akzente in diesem Sinne gesetzt. Grundlegendes Ziel ist es inzwischen, Kinder früher, nachhaltiger, individueller und intensiver zu fördern“ als bisher (vgl. Bildungsprogramm für saarländische Kindergärten 2004, Bildung von Anfang an - Entwurf des Bildungs- und Erziehungsplans für Kinder von 0-10 Jahren in Hessen).
Mit dem Modellprojekt „Kindergarten-Grundschule-Hüttigweiler“ soll aufbauend auf den vorhandenen Strukturen mit Lehrer/innen, ErzieherInnen, Eltern und Schüler/innen vor Ort die Qualität von Bildung und Erziehung sowohl im Kindergarten-Grundschulbereich als auch in der Familie und der Gesellschaft gesichert werden. Kindergarten und Grundschule haben als gemeinsames Anliegen, die frühzeitige und kontinuierliche Förderung von Kindern und ihrer Potenziale. Kindergärten erhalten neben der Aufgabe der Betreuung und Erziehung auch erweiterte Bildungsaufgaben. Damit lässt sich bei guter Kooperation für viele Kinder der Übergang in die Grundschule wesentlich leichter gestalten.
Lernen beginnt nicht erst mit dem Eintritt in die Grundschule. Es ist ein Prozess, der bereits im frühen Kindesalter einsetzt und im Kindergarten einen ersten Höhepunkt erlebt. „Die ersten Lebensjahre und das Kindergartenalter sind die lernintensivste Zeit im menschlichen Dasein. Die Bildungsarbeit in Kindergärten ist eine zentrale Aufgabe.“ (Orientierungsplan für Bildung und Erziehung für die baden-württembergischen Kindergärten. Pilotphase. Weinheim 2006. S. 16). Je besser dies gefördert wird, um so leichter wird der Start in der Grundschule.
Für Kinder ist der Start in der Grundschule dann schwierig, wenn sie nicht über die notwendigen Ressourcen und Kompetenzen verfügen (z. B. im sprachlichen Bereich, in der Feinmotorik oder im sozialen Verhalten). Dem kann durch frühe Förderung vorgebeugt werden.
Im Mittelpunkt dieser Initiative stehen die Kinder. Sie werden mit Hilfe eines altersgemäßen und ergebnisorientierten Unterrichtes sowie einer ermutigenden und konsequenten Erziehung in ihrem Umfeld auf ihrem Weg zu eigenständigen, selbstbewussten Persönlichkeiten angeleitet und begleitet. Neben Freude am Lernen spielen soziales Verhalten, Teamfähigkeit, Konfliktfähigkeit, Toleranz und Zuverlässigkeit eine wichitge Rolle neben Leistungsbereitschaft, Ausdauer und Durchhaltevermögen.

Stärkere Kooperationooperation/Verzahnung

Um Kindern eine bestmögliche Bildungsperspektive bieten zu können, müssen Elementarbereich (Krippe, Tagesgruppen) und Grundschulpädagogik (Hort, FGST) besser miteinander verzahnt werden, was mit dem Illinger Modellprojekt (Kiga/GS Hüttigweiler) erreicht werden soll. Wir wollen in ihm beide Bildungsbereiche als gleichwertige und gleichberechtigte PartnerInnen im Entwicklungsprozess der Kinder mit auf den Weg nehmen. Besonders wichtig ist hierbei die enge Kooperation zwischen den Handelnden.


Pädagogisches Konzept

Ziel des Modells ist die individuelle und gezielte Förderung der Kinder sowohl im vorschulischen Alter als auch in der Grundschule. Die Unterstützung soll Kindern eine gleichberechtigte Bildungschance ermöglichen und die vorhandenen Ressourcen des Elementarbereichs und der Grundschule bündeln. Bildungsziele sollten durchgehend beschrieben/festgelegt werden.
Ein Jahr vor dem vorgesehenen Schuleintritt beginnt die enge Kooperation zwischen Kindergarten und Grundschule.
ErzieherInnen definieren gemeinsam mit den GrundschullehrerInnen Ziele, Inhalte, Aktivitäten und Aufgabenverteilung für das letzte Jahr vor Schulbeginn. Sie stellen fest, welche Kompetenzen Kinder mitbringen, die das Vorschuljahr besuchen, um auf an Hand eine Ist-Soll-Analyse (vgl. Bremen) individuelle Förderpläne aufzubauen und zu erarbeiten. Defizite werden frühzeitig erkannt und können durch entsprechende Förderung abgebaut, Stärken können ausgebaut werden. Dies ist die Basis für die Erarbeitung eines Bildungsplanes für das Vorschuljahr (letztes Kindergartenjahr). Er enthält die Inhalte, die durch ErzieherInnen und durch GrundschullehrerInnen vermittelt werden. Sie planen gemeinsam die Aktivitäten für die Elternarbeit und führen Erhebungen durch, die die Erarbeitung von Förderplänen ermöglichen. Außerdem tauschen sie sich über die gemachten Beobachtungen aus. Sie führen Elterngespräche und verstehen sich als PartnerInnen. Von Seiten der ErzieherInnen wird erarbeitet, welche zusätzliche Förderarbeit geleistet werden kann, um Kindern den Schulstart zu erleichtern. Immer aufbauend auf den vorhandenen Fähigkeiten des Kindes. Die enge Kooperation Kindergarten-Grundschule erstreckt sich insbesondere auf das letzte Jahr vor Beginn der Schule sowie das erste Jahr in der Grundschule. Eine Erweiterung der Zusammenarbeit ist ausdrücklich erwünscht.
Dies ist eine Herausforderung für ErzieherInnen und LehrerInnen. Deshalb soll eine gemeinsam für ErzieherInnen und LehrerInnen konzipierte Multiplikatorenweiterbildung gewährleisten, dass die am Projekt Beteiligten auf gemeinsamer Grundlage arbeiten und gemeinsame Ziele verfolgen.

Wissenschaftliche Begleitung und Zertifizierungertifizierungertifizierung des Modellprojektes

Evaluation durch wissenschaftliche Begleitung und nachfolgende Zertifizierung der einzelnen im Bildungsnetzwerk vorgesehenen Bausteine.

Projektziele:

• individuellere und gezielte Förderung der Kinder• besondere Förderung für Kinder bildungsferner Familien und Migrantenfamilien
• Vermittlung der für einen positiven Schulstart notwendigen Kompetenzen
• Entwicklung gleichberechtigter Bildungschancen
• Abstimmung zwischen ErzieherInnen und GrundschullehrerInnen bezüglich der angewendeten (Lern)Methoden
• Aufbau einer gleichwertigen Bildungspartnerschaft zwischen Kindergarten und Grundschule in Kooperation mit Dritten (Schulträger, Schulamt, Jugendamt)
• gemeinsame Elternarbeit ent- und weiterentwickeln
• verstärkte Kooperation/Verzahnung Kindergarten-Grundschule
• gemeinsame Beteiligung Dritter (Vereine, Institutionen, u.ä.)
• Entwicklung eines Gesamtkonzeptes zur ganzheitlichen Förderung von Kindern
• Bewertung durch Erziehungsberechtigte

Umsetzung:

Mit dem Neubau des Kindergartens Hüttigweiler im unmittelbaren Grundschulbereich und der Einrichtung einer freiwilligen Ganztagsschule können die örtlichen und baulichen Grundlagen für das beschriebene Projekt geschaffen werden. Eine weitere Voraussetzung besteht in der Entscheidung der Träger das Projekt zu unterstützen. Da es sich hier um ein Modellprojekt handelt, sollten auch die Erzieherinnen und LehrerInnen mehrheitlich dem Projekt zustimmen. Die Entscheidung zur Mitwirkung am Projekt soll so frühzeitig fallen, dass ausreichend Vorbereitungszeit bleibt, auch für die gemeinsamen Fortbildungen von LehrerInnen und ErzieherInnen.
Die Gemeinde Illingen führt derzeit mit den ortsansässigen Grundschulen gemeinsam Präventionsprojekte durch, die sich mit Ermutigung beschäftigen. In diesen Projekten  arbeiten Kinder, Eltern und Lehrer/innen aktiv mit. Die Resonanz der Eltern ist positiv, ebenso die der Lehrer/innen. Ergänzend hierzu finden im gleichen Kontext Lehrerfortbildungen des LPM und ILF statt, Pädagogische Tage werden mit dem Ermutigungsthema belegt. Darauf kann aufgebaut werden.

Bausteine:

Vereinbarung von Bildungszielen: Über welche Kompetenzen soll ein Kind verfügen, wenn es in die 1. Klasse aufgenommen wird (Sprache, Feinmotorik, soziale Kompetenz, usw.)?
Gemeinsame Feststellung der Schulfähigkeit: Ist die Schulfähigkeit gegeben? Gilt dies auch ungeachtet erkannter Defizite? Wie können diese durch Förderangebote (letzte Phase Vorschuljahr, Beginn Grundschule) ausgeglichen werden?
Der Lehrplan / die Lernablauftheorie umfasst Bildungsziele, methodische Vorgehensweise und zeitliche Gliederung. Wesentlich gehören dazu die Beobachtung und Dokumentation, die sowohl von ErzieherInnen als auch LehrerInnen angewendet werden sollen. Ein regelmäßiger Austausch über die Förderpläne für die einzelnen Kinder und Elternarbeit sind wichtig. Notwendig ist auch die Abstimmung der Jahres-, Monats-, Wochen- und Tagespläne.
So genannte „Kann“-Kinder werden dann ins Projekt aufgenommen, wenn der altersangemessene Entwicklungsstand durch die ErzieherInnen und GrundschullehrerInnen gemeinsam festgestellt wurde. Danach wird ein individueller Förderplan für das Kind gemeinsam erarbeitet. Das Gespräch kann mit Einverständnis der Erziehungsberechtigten gemeinsam geführt werden.
Integration von Kindern mit Handicap.
Barrierefreiheit und Integration sind wichtige Querschnittsaufghaben der Gemeinde Illingen und damit auch wichtige Bausteine des Modellprojektes. Eine positive Einstellung und die Bereitschaft zur Integration werden deshalb vorausgesetzt. Beteiligte PädagogInnen, aber auch die MitschülerInnen sowie deren Eltern sollen lernen, Verständnis und Toleranz im Umgang mit Kindern mit Behinderung zu entwickeln. Kooperative Elternarbeit kann diesen Prozess erleichtern.
Beobachtungen und Dokumentation dienen als Basis für das regelmäßige Elterngespräch, das mindestens zweimal jährlich angeboten wird. Am Elterngespräch nehmen ErzieherInnen und GrundschullehrerInnen mit Einverständnis der Eltern gemeinsam teil. Hier fließen auch die Beobachtungen der Eltern über ihr Kind ein.
Angebote/Informationsabende/gemeinsame Treffen für Eltern (z. B. Projekt Elternschule, Ermutigende Erziehung). Hier erhalten Eltern wichtige Informationen, die Themen zu Erziehungsfragen und Familienleben bzw. Gesellschaft aufgreifen. Eltern können Themen vorschlagen.
Gemeinsame Seminarangebote für ErzieherInnen und LehrerInnen, um das Miteinander von Lehrern/innen und Erziehern/innen und das gegenseitige Verständnis zu fördern. So kann es gelingen, dass Bildungs- und Erziehungsauftrag gemeinsam umgesetzt werden.
Aufbau von Kooperationen mit Vereinen, Institutionen, Ehrenamtlichen Die Zusammenarbeit zwischen Schule und Verein soll gefördert werden. Kooperationen sind ausdrücklich erwünscht. Beide Seiten haben davon einen gegenseitigen Nutzen. Ergänzend zu schulischem Lehrstoff können Vereine ihre Angebote für den Nachmittag unterbreiten (Sport, Musik, DRK, Feuerwehr, Fußball, Turnen, Ringen, Tischtennis). Für die Vereine bietet sich der Vorteil, dass sie Nachwuchsarbeit leisten können, da sie neue Möglichkeiten gewinnen, begabte und interessierte Schüler anzusprechen. Verein und Schule tragen dadurch einen entscheidenden Schritt dazu bei, dass der Stellenwert von Kultur- bzw. Sportangeboten gesteigert wird, sowohl im schulischen als auch im außerschulischen Bereich.

Modulare Ergänzungsangebote

Einbeziehung von älteren Menschen als Experten/innen: Ein Standortvorteil des Modellprojektes ist u.a. die nahe Anbindung an den Treffpunkt für Senioren/innen des DRK Hüttigweiler, der sich innerhalb des Schulgeländes befindet. Auch hier lässt sich eine Vernetzung mit Kindergarten und Grundschule vorstellen. Ältere Menschen könnten sich mit ihrer Lebenserfahrung als Erzählende einbringen, ergänzend zu Kindergarten, Schulunterricht, Nachmittagsbetreuung (auch basteln, singen, etc.).
Bedarfsorientiertes „Rucksack“projekt zur besseren Eingliederung von Migranten/innen. Hier werden ausländische Erziehungsberechtigte zunächst in ihrer Landessprache zur Vermittlung der Lerninhalte gefördert, die dies danach in ihrer Landessprache an ihre Kinder weitergeben (verstehen und weitervermitteln), Projekt wird in Dudweiler an mehreren Schulen positiiv eingesetzt.
Gesundheitsfördernde Maßnahmen – Sport und Ernährung: Gesundheitlich relevante Verhaltensweisen entwickeln sich bereits in frühester Kindheit. Deshalb ist es besonders wichtig, möglichst früh mit Prävention und Gesundheitsförderung zu beginnen – in Kindergarten und Schule. Studien belegen, dass immer mehr Kinder zu Übergewicht und Bewegungsmangel tendieren. Diesem Kreislauf muss entgegengewirkt werden. Dabei ist die gesunde Ernährung eine der Voraussetzungen für einen gesunden Körper und für die geistige Leistungsfähigkeit. Ein erster Schritt ist hier das Angebot für Eltern innerhalb des fortlaufenden Projektes „Elternschule“ zum Thema „Gesunde Ernährung“. Eine weitere Voraussetzung ist das Thema Sport und die Frage: „Wie viel Bewegung braucht mein Kind?“.
Begleitender spielerischer Aufbau einer Fremdsprache (französisch) Frühfranzösisch im Kindergarten und in der 1. und 2. Schulklasse als aufbauende Grundlage für den sich daran anschließenden Pflichtunterricht. Betrachtet man in diesem Zusammenhang das Bildungsnetz in Illingen, so stellt man fest, dass es hier ein bilingual geführtes Gymnasium gibt, das bis zum Abi bac führen kann. Die spielerische und frühzeitige Einübung der Fremdsprache Französisch könnte somit Kindern gute Chancen bieten. Studien belegen, dass gerade im frühen Kindesalter Sprachen gut und schnell von Kindern erlernt werden. Diesen Vorteil sollte man ohne Leistungsdruck, gemessen an deren individuellem Entwicklungsstand, in ihrem Sinne nutzen.
Vermittlung von Kunst und Kultur Projekte, die auf intelligente und nachhaltige Weise Kindern und Jugendlichen ohne „Druck“ die weite Welt der Kultur erschließt. Hautnah erleben, wie eigene kulturelle Aktivitäten die Persönlichkeit, das Selbstwert- und Zugehörigkeitsgefühl stärkt. Eigene Erfahrungen, das Gefühl, etwas Schönes gestalten zu können, Emotionen kennen zu lernen, all dies fördert Kinder und Jugendliche in ihrem Wachstum zu selbständigen und urteilsfähigen Menschen.


Bauprojekt:

Das Bauprojekt setzt einen hohen Anspruch: notwendig ist die räumliche, funktionale und pädagogische Verknüpfung von Kindergarten und Grundschule. Dies muss sich in der Bauausführung widerspiegeln. Gleichzeitig ist die Anforderung an Barrierefreiheit (Aufzug) zu berücksichtigen.
Aktuell besteht der Gebäudekomplex an der Schule aus 4 isolierten Baukörpern (2 Schulgebäude, DRK-Heim, Kultursaal), die sich um einen großen Freibereich gruppieren. Der Freibereich verbindet als Spielplatz und trennt als Frei- und Parkplatzbereich.
Auch die Grundschule besteht aus zwei getrennten Baukörpern, der Funktionsablauf gestaltet sich heute schwierig; dies gilt vor allem bei schlechtem Wetter.
Insgesamt ist der Bereich als städtebaulich ungeordnet zu bezeichnen. Der Hauptzugang zum Gebäudekomplex erfolgt über die Dr. Maxeinstraße, ein untergeordneter Zugang über einen Zugang von der Kirche. Dieser Zugang wird fußläufig von Kindern und „Buskindern“ genutzt.


Neubau und Umbau

Das neue Konzept wurde diskutiert mit den Trägern, dem Gemeinderat Illingen, dem Ortsrat Hüttigweiler und der Schulkonferenz. Abgestimmt wurde es mit dem Ministerium für Bildung, Kultur und Wissenschaft sowie dem Landkreis als Kindergartenträger.
Durch einen neuen Baukörper (Verbindungsbau) zwischen den beiden Schulbaukörpern wird eine räumliche Verbindung geschaffen. Damit wird auch die pädagogische Grundkonzeption eines Verbundes zwischen Kindertagesstätte, Grundschule und ganztägiger Betreuung sinnvollerweise umgesetzt: Gemeinsames Gebäude, gemeinsame Betreuung, funktionierende Abläufe bestimmen den Aufbau.
Dazu dient ergänzend auch die wetterunabhängige Verbindung zwischen den Baukörpern.
Der neue Zentralbaukörper ist Eingangsbereich, städtebauliche Dominante und Raumabschluss zugleich: Er grenzt den nun etwas verkleinerten Schulhofbereich vom Außenbereich ab und fasst den sichtbaren Raum. Er ist gleichzeitigTrennung zwischen Schulhof und Freibereich Kindergarten/FGTS.

Der jetzige Pausenhof wird etwas verkleinert  (im vorderen Bereich werden Stellplätze entfernt), neue Stellplätze für Lehrer entstehen auf der Grünfläche Richtung Kirche. Unterhalb des DRK-Hauses entstehen neue Zugangsmöglichkeiten für Krippenkinder.


Raum- und Funktionskonzept

Das neue Gebäude verfügt über vier Zugänge. Ein Zugang befindet sich im östlichen Verbindungsgang bei der Feuerwehrdurchfahrt (als Haupteingang für die Krippenkinder) und der zweite in der westlichen Verbindungshalle (auch als Durchgang zur Außenanlage). Die beiden restlichen Zugänge befinden sich zentral im Gebäude. Der Zugang vom Schulhof ist gleichzeitig Haupteingang. Der hintere Ausgang führt ins Amphitheater.
Im Lageplan gelb eingezeichnet ist einen Kurzzeitparkplatz für die Eltern. Von dort aus können die Krippenkinder zum Krippeneingang gebracht werden oder geholt werden. Dabei muss der Schulhof nicht überquert werden.
Die KITA befindet sich als kompakte Einheit im Erdgeschoss.
Die Grundschulkinder können im überdachten Bereich vor der KITA von einem Flügel der Grundschule zum anderen gelangen. Der westliche Flügel ist zudem im OG an den Verbindungsbau angeschlossen. Ein eingebauter Aufzug oder Lift sorgt für die Barrierefreiheit.
Die Verpflegung kann auch über den Aufzug/Lift ins OG transportiert werden. Dort speisen die Kinder dann zusammen. Der Mehrzweckraum kann für vielfältigste Aktivitäten genutzt werden. Hier wird auch eine Kinderküche vorgesehen. Die alte Pausenhalle dient in Zukunft als überdachte Freispielfläche.
Illingen, im Juli 2007


Pressestimmen

Hürden und Barrieren überwinden

In der neuen Ganztagsschule wird der Übergang von Kindergarten zur Schule erleichtert

Familienstaatssekretärin Gaby Schäfer feierte gemeinsam mit Bürgermeister Armin König, Landrat Dr. Rudolf Hinsberger, Ortsvorsteher Walter Schreiner, zahlreichen Vertretern aus Politik und Wirtschaft sowie den beteiligten Firmen das Richtfest zum Abschluss der Roharbeiten am Neubau der Freiwilligen Ganztagsschule (FGTS).„Dieses Haus der Kinder ist eines der größten und wichtigsten Projekte der Gemeinde Illingen der letzten zehn Jahre“, betonte König, „Wir machen damit ganz praktisch Politik für Familien, Politik für Frauen, Politik für Kinder.“Mit dem Projekt wolle die Gemeinde auch Zeichen setzten in mehrfacher Hinsicht. „Wir setzten auf Kooperation, auf Zusammenarbeit, auf Gemeinsamkeit. Wir wollen Barrieren und Hürden zwischen Systemen überwinden, Übergänge leichter machen.“In dem Neubau wird es Platz für zwei Kindergartengruppen und eine Krippengruppe geben. Zudem wird in dem Neubau ein zusätzlicher Bereich für die FGTS geschaffen. Der bereits vorhandene Gruppenbereich in den bestehenden Gebäuden wird renoviert.Als gemeinsam mit der Grundschule genutzte Räume entstehen ein Speiseraum, ein Multifunktionsraum und eine Küche. „ Durch den Neubau kann eine wesentliche qualitative Verbesserung und die entsprechende Infrastruktur für die Kindertagesstätte als auch das nachmittägliche Bildungs- und Betreuungs- angebot verwirklicht werden. Ergänzt wird die Baumaßnahme durch die entsprechende Möblierung der Räume. Nach der Fertigstellung bietet die Kindertagesstätte Platz für zehn Krippenkinder, 50 Kindergartenkinder und 60 Schüler der FGTS.Rund 900.000 Euro wurden bereits verbaut. Die Gesamtkosten des Projektes belaufen sich auf 1.920.000 Euro. Zuschüsse gewähren das Bildungsministerium (342 000 Euro), IZBB (Investitionsprogramm Zukunft, Bildung und Betreuung) 295 000 Euro, Landkreis Neunkirchen 316 000 Euro und Bistum Trier 100 000 Euro.Zum Schuljahresbeginn 2009/2010 soll das Projekt fertig gestellt sein. Aufträge in Höhe von 280 000 Euro wurden an Illinger Firmen vergeben; saarländische Firmen sind mit einem Umsatz von 920 000 Euro an dem Projekt beteiligt. Firmen aus Rheinland-Pfalz werden Arbeitsleistungen im Wert von zirka 155 000 Euro erbringen.Landrat Hinsberger teilte mit, dass diese Maßnahme eine von über 30 sei, die im Landkreis Neunkirchen umgesetzt werden.
Wochenspiegel, 25.02.09, ma


„Haus der Kinder“ in Hüttigweiler eröffnet

Mit der Eröffnung des „Hauses der Kinder“ in Hüttigweiler werden Kindergarten, freiwillige Ganztagsschulen und Grundschule unter einem Dach vereint (wir berichteten). Das „Haus der Kinder“ sei ein großer Schritt in Richtung moderner Bildungspolitik, so der Illinger Bürgermeister Armin König.
„Unter einem Dach vereint, können die Kinder einen fließenden Übergang von ei9ner Lebensphase in eine andere erleben“, so König weiter. Das Kooperationsprojekt „Haus der Kinder“ kostete etwa 2 Millionen Euro und wurde finanziert aus Mitteln des Bundes, des Landes, des Landkreises Neunkirchen und der Gemeinde Illingen. Das Bistum beteiligte sich mit 100 000 Euro.
Saarbrücker Zeitung, 10.10.09, Andreas Engel


Von Grippe bis Grundschule alles unter einem Dach

Nach rund einjähriger Bauzeit ist das „Haus der Kinder“ im Illinger Ortsteil Hüttigweiler fertig. Es verbindet die beiden Trakte der Grundschule und beherbergt auch die neue Kindertagesstätte des Ortes. Hier werden künftig Kinder vom Krippen – bis zum Grundschulalter betreut.
Hell, freundlich und einladend präsentiert sich das neue „Haus der Kinder“ in Hüttigweiler. Die offizielle Eröffnung fand bereits Anfang Oktober statt, im November geht die Einrichtung in Betrieb. Der Neubau beherbergt im Erdgeschoss die Kindertagesstätte. Hier stehen drei Gruppen- und zwei Förderräume, ein Ruhe- und ein Schlafraum, ein Büro- und Besprechungszimmer, Garderoben und sanitäre Einrichtungen sowie verschiedene Nebenräume zu Verfügung. Eine Matchzone stellt die Verbindung zum Außenbereich her, wo zur Zeit noch ein schöner Spielplatz angelegt wird.
Das Obergeschoss wird von der Kindertagesstätte und der Freiwilligen Ganztagsschule gemeinsam genutzt. Herzstück ist der Mehrzweckraum mit großzügiger Küche, der sowohl als Speisesaal wie auch als Bewegungsraum dient. Ein Gruppen- und Förderaum sowie verschiedene Nebenräume runden das Raumprogramm ab. Die Lese- Oase bietet einen schönen Blick auf den Schulhof. Für die Planung zeichnete Architektin Eva Steinebach aus Kaiserslautern verantwortlich. Die gebürtige Merchweilerin hatte bereits bei der Umgestaltung des Illinger Hallenbades gute Arbeit geleistet.
„Das Haus der Kinder ist eines der wichtigsten Projekte meiner bisherigen Amtszeit“, betont Illingen Bürgermeister Armin König. „Er vereint in einem Gebäude die Themen Kinder, Familienfreundlichkeit sowie Bildung und Erziehung, und ganz nebenbei wird damit auch die Ortsmitte von Hüttigweiler aufgewertet.“ Die Kooperation zwischen Kindertagesstätte und Grundschule soll künftig für einen nahtlosen Übergang der verschiedenen Betreuungsformen vom Grippen- bis zum Grundschulkind sorgen. Das Konzept hatte die Gemeinde größtenteils selbst erarbeitet, vorausgegangen war ein Bildungskongress in der Illipse.
Das „Haus der Jugend“ sorgt künftig zusammen mit der benachbarten Turnhalle, dem Kultursaal, dem DRK–Heim, wo Senioren betreut werden, und dem Jugendzentrum in der ehemaligen Hausmeisterwohnung für ein generationenübergreifendes Angebot. Die Kosten belaufen sich inklusive der Einrichtung auf rund zwei Millionen Euro. 830.000 Euro steuerte die Gemeinde bei. Das Land förderte die neue Einrichtung mit 470.000 Euro, der Bund gab einen Zuschuss in Höhe von 300.000 Euro. Weitere Geldgeber sind der Landkreis Neunkirchen mit 335.000 Euro und das Bistum Trier mit 105.000 Euro. Die neue Kindertagesstätte ersetzt den alten Kindergarten der Pfarrei St. Maria-Magdalena. Die Grundschule Hüttigweiler besuchen auch die Kinder aus den Illinger Ortsteilen Hirzweiler, Welschbach und Wustweiler.
Saarbrücker Zeitung, 27.10.09, Oliver Marguet


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