Freizeitgestaltung für die Jugend
Neuer Treff für junge Leute in Hirzweiler
Im Saarland sind auch im ländlichen Raum in den letzten Jahren viele Zuwanderer als Spätaussiedler aus Russland und Kasachstan heimisch geworden. Die mit Migration und Integration verbundenen Konflikte stellen die Kommunen oft vor größere Herausforderungen. Deshalb hat das Diakonische Werk an der Saar (DWSAAR) federführend für das Netzwerk der Integration im Landkreis Neunkirchen unter dem Motto „Ohne mich – Gegen Alkohol und Gewalt“ in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Illingen ein Präventionsprojekt ins Leben gerufen, dass jungen Spätaussiedlern unter anderem sinnvolle Treff- und Freizeitmöglichkeiten bieten wird.
Bürgermeister Dr. Armin König, die Geschäftsführung des Diakonischen Werkes an der Saar, Vertreter des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, Ortsvorsteher Helmut Raber sowie viele Mentoren aus Politik, Verwaltung und Polizei gaben am 17. November im Clubheim des Tennisvereins TC Rot-Weiss Hirzweiler im Reigen stolzer junger Leute den offiziellen Startschuss.
„Die Sozialstudie Saar hat ergeben, dass ein Migrationshintergrund ein sehr großes Hemmnis darstellt, in der Gesellschaft Fuß zu fassen beziehungsweise bestimmte Bildungsabschlüsse und berufliche Positionen zu erreichen“, sagte Wolfgang Biehl aus der Geschäftsführung des DWSAAR in seiner Begrüßung. Das Präventionsprojekt solle nun ein Beitrag sein für die Integration vor Ort. Er dankte allen, die zum Gelingen des Projektes miteinander kooperieren: dem Bundesamt, der Gemeinde Illingen, dem Landkreis Neunkirchen und der Polizei. Das Projekt hatte mit der Einstellung des Sozialarbeiters Fritz Scherer am 1. September seinen Anfang genommen. Er hat in den letzten Wochen Kontakte zu den jugendlichen Migranten an ihren Treffpunkten geknüpft. Im Clubheim des Tennisclub Rot-Weiß Hirzweiler besteht nun die Möglichkeit, sich dreimal Mal die Woche zu treffen. „Dabei sind unter anderen Filmabende oder Infoveranstaltungen, etwa zu den Themen Alkohol, Gewalt oder Migration geplant.“ sagte Scherer. Es bestehe aber auch die Möglichkeit „einfach nur mal zu chillen“. Die meisten der Jugendlichen sind männlich, gehen in die Schule oder absolvieren eine Ausbildung. Im Jugendtreff könnten auch gemeinsame Freizeitaktivitäten mit Sport- und Erlebnischarakter geplant werden, auch sei ein Ausbildungskurs für ehrenamtliche Mitarbeitende schon am laufen. „Alle Absolventen erhalten nach Abschluss die sogenannte Jugendleiter-Card, auch „Juleica“ genannt. So wollen wir erreichen, dass die jungen Leute den Treff später auch selbstverwaltet leiten können.“, sagte Scherer. Finanziert wird das Präventionsprojekt für drei Jahre durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, den Kreis Neunkirchen, die Gemeinde Illingen und aus kirchlichen Mitteln. Kontakt über den Jugendmigrationsdienst Neunkirchen: Tel. 06821/ 25 0 25 oder die Gemeinde Illingen: 06825 409127.
