Rosengarten Welschbach
Wer mit dem Auto entlang der Hauptstrasse durch Welschbach fährt, dem wird an dem früheren Bauern - und Bergmannsdorf zunächst einmal nichts Besonderes auffallen. Doch nur ein paar Straßen weiter liegt gut versteckt am Rande des Örtchens ein wahres Kleinod und einer der Gründe warum Welschbach den Beinamen Rosendorf trägt.
Denn hier, in der sogenannten Kupfernen Hölle, befindet sich der Rosengarten.
Die hiesigen Protagonisten haben klangvolle Namen wie Ave Maria, William Shakespeare, Charles de Gaulles oder Gloria Die und es gibt sie in vielerlei Farben und Schattierungen.
An die 3000 einzelne Rosen kann man hier auf 4500m² Fläche begutachten, etwa 130 Edelrosen, außerdem Wildrosen, Kletterrosen und Beetrosen. Jede Rose, die dort zu sehen ist, findet man auf einem der im Garten aufgestellten Schilder wieder, die Informationen liefern zu Namen, Züchter und Besonderheiten der Sorte. Das macht den Besuch auch für Hobbygärtner sehr interessant, denn hier kann man sich schon mal vorab informieren welche Sorte für den eigenen Garten soweit passend sein könnte. Aber auch für Laien ist der Garten ein wahrer Augenschmaus mit seiner Farbenpracht.
Jedes Jahr kommen neue, vorwiegend resistente Sorten hinzu, die dann vor Ort weiter veredelt werden. Die eigenständige Veredelung ist sehr wichtig, denn man könnte es sich nicht leisten, jedes Jahr zahlreich neue Rosen zu kaufen.
Gepflegt wird der Garten nämlich rein ehrenamtlich vom ortsansässigen Verein der Garten- und Rosenfreunde und finanziert sich ausschließlich über Mitgliedsbeiträge.
Die Mitglieder um den Vorsitzenden opfern hier jeden Dienstag und Freitag ihre Freizeit, um den Garten , der ihnen allen ans Herz gewachsen ist, zu hegen und zu pflegen. Insgesamt kümmern sich etwa 8 -10 Mann regelmäßig um ihre Lieblinge. Und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Der Verein der Garten- und Rosenfreunde ist auch Partner des Ortsrates und der Gemeinde Illingen beim Projekt 2030 – Rosendorf Welschbach.
Das Gelände, ehemals ein Sumpfgebiet, ist Eigentum der Gemeinde Illingen und wurde 1978 vom Verein angepachtet. Es sollte ursprünglich ein Lehrgarten des Obst - und Gartenbauvereins werden. 1980 untersuchte ein Fachmann den Boden und stellte fest, dass dieser ideal für den Anbau von Rosen sei. Schnell war die Entscheidung gefasst, einen reinen Rosengarten aufzubauen. Von den damaligen Gründern ist neben Ludwig Heintz, der auch der Vorsitzende des Vereins ist, nur Klaus Haubert noch mit im Boot, alle Anderen kamen nach und nach hinzu, sind nun allerdings auch zumeist über 20 Jahre dabei.
Daher sucht nun der Verein Nachwuchs, damit das Fortbestehen des Rosengartens auch in Zukunft gesichert ist. Natürlich freut sich der gemeinnützige Verein auch über Spenden, denn das Geld ist meistens knapp und momentan hat man auch noch mir einer Serie von Einbrüchen zu kämpfen. Doch davon lässt man sich hier nicht aus der Ruhe bringen, schließlich fordern die Rosen trotz allem volle Aufmerksamkeit.
Wer sich von der Vielzahl und Pracht der symbolträchtigen Blume selbst überzeugen möchte, der kann jederzeit vorbeischauen; die Tore des Gartens sind zu jeder Tageszeit geöffnet. Allerdings sollte man sich beeilen, denn Mitte Juni ist die Hauptblütezeit der meisten Rosen.
